Yamaha Pacifica PA012

Heute wollen wir uns mal die Yamaha Pacifica anschauen. Was ist dran an dieser günstigen Gitarre, die sich offenbar recht gut verkauft? Ist sie ihr bischen Geld wert? Eignet sie sich im Grunde genommen nur für Anfänger? Gehen wir mal ins Detail…

Allgemeines Erscheinungsbild der Pacifica

Vom optischen her ist sie unverkennbar an eine Stratocaster angelehnt. Auch besitzt sie die typischen Auslegungen: 22 Bünde, geschraubter Ahorn-Hals, zwei Single-Coils und einen Steg-Humbucker. Soviel dazu.

Korpus:
Der Korpus ist wie bei so vielen Yamaha-Modellen aus Agathis, bekanntlich nicht das beste Holz im Gitarrenbau, aber auch nicht das schlechteste. Vom Grundklang her liefert es akzeptable mittlere Bässe, Höhen und tiefe Tiefen sind meist etwas schwammig. Bei der richtigen Kombination mit den Tonabnehmern kann man aber etwas ausgleichen. Schauen wir später mal, ob das auch gelungen ist. Die Pacifica verfügt serienmäßig über einen Vibrato-Hebel, was die Möglichkeiten der Klangbildung (und Saitenverstimmung) bereichert.

Hals:
Der Hals besteht aus Ahorn, was den Agathis-Korpus in punkto Höhen-Definition etwas ausgleicht. Das Griffbrett besteht aus Sonokeling, einem sehr harten Klangholz. Beim Bespielen fällt auf, dass es den Saiten fest und makellos beim Niederdrücken widersteht, wodurch eine gute Bespielbarkeit sicher gestellt ist. Zudem ist der Hals schmal und die Saitenlage wirkt perfekt. Die Bünde sind nämlich auch in Ordnung, ich habe wohl ein gutes Exemplar erwischt, nichts schnarrt oder hakt oder ist unregelmäßig verarbeitet. Die Mechanik ist wie gewohnt bei Yamaha auch stets in Ordnung, so auch bei diesem Modell, nichts sitzt hier locker.

Tonabnehmer:
Die Gitarre ist als zwei Single-Coil und ein Steg-Humbucker-Gitarre ausgelegt, womit sich ein breites Sound-Spektrum ergibt. Definiertere Höhen-Leads lassen sich ebenso spielen wie Punk- oder Metal-Riffs.

Sound der Pacifica

Nun zum Sound: Aufgrund des Agathis-Korpus fühlt sich die Pacifica in den mittleren Tonlagen am wohlsten. In diesem Bereich ist der Sound völlig in Ordnung, die Töne kommen klar und definiert rüber, clean wie angezerrt. Auch Akustikstücke lassen sich schön damit spielen.
Der am Steg gelegene Humbucker (Schalterstellung unten) bringt einen guten, druckvollen Sound mit und wird den Erwartungen ebenfalls gerecht. Bei diesem Preis ist er sogar eine kleine Überraschung.
Der Neck-Pickup klingt gerade noch akzeptabel. Wahrscheinlich schafft er es nicht, den schwammigen Agathis-Grundklang vor allem in den Höhen aufzuheben.

Fazit:

Die Pacifica ist eine sehr gute Anfängergitarre. Sie ist aufgrund ihres schmalen, leicht bespielbaren Halses und des großen Soundspektrums vor allem für jüngere Gitarristen geeignet, die das Ganze mal ausprobieren wollen und mit dieser Gitarre sehr günstig verschiedene Stilrichtungen abchecken können. Zudem kann man bei diesem Preis nicht viel falsch machen. Kurz: Ein ideales Einsteigergerät, das lange Freude machen wird. Für Fortgeschrittene ist sie aber verzichtbar. Zudem kann man überlegen, ob man nicht für etwas mehr Geld in eine Pacifica mit Erlenkorpus investieren sollte, da diese die Höhen besser bringen würde.

Das Preis/Leistungsverhältnis ist aber über jeden Zweifel erhaben. Hier das Angebot von Amazon: Yamaha PA012 BL Pacifica

 

Daten:
Korpus: Agathis

Hals: geschraubter Ahorn, Bünde: 22, Griffbrett: Sonokeling Mensur: 648mm
Pickups: 2 Single-Coil, 1 Humbucker
Klangregelung: 5-Wege-Schalter,
Master Volume, Master Tone
Brücke: Vibrato-Aufhängung


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3 Responses to Yamaha Pacifica PA012

  1. Dä Jitarrator says:

    Ich bin völlig anderer Meinung.
    Die Gitarre klingt klasse! Denn: Der Klang hat NICHTS mit dem Holz des Korpus’ zu tun, es ist schließlich eine Stromgitarre, die über keinen Resonanzkörper verfügt.
    Das einzige Holz, was relevant ist, ist das vom Griffbrett.
    Der Klang einer E-Gitarre kommt zu 50% aus den Fingern des Gitarristen, zu 40% von den Pickups und vom Verstärker.
    9,9 % stammt vom Griffbrett und was dann noch übrig bleibt, kommt vom Korpus.
    Alles Andere ist Mythos. Wir E-Gitarristen möchten das zwar gerne glauben mit den angeblichen Klanghölzern, besonders, wenn wir viel für solch ein Teil bezahlt haben, aber stimmen tut nichts davon.

    Die Yamaha ist super verarbeitet und wirklich ein Schnäppchen für das was sie leistet und hat mit “Anfänger” überhaupt nichts zu tun.
    Ich kann sie nur empfehlen.
    Wer “besseren” oder anderen Klang haben will, sollte die Pickups wechseln oder den Verstärker oder einfach mal üben.

    • J.R. says:

      Danke für deinen Beitrag. Endlich mal ein normaler Kommentar! Hmm das Holz ist meiner Meinung nach nicht zu unterschätzen, aber mit dem Pickupwechsel könntest Du recht haben!
      Grüße aus Niederbayern!

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