Yamaha Pacifica PA012

Heute wollen wir uns mal die Yamaha Pacifica anschauen. Was ist dran an dieser günstigen Gitarre, die sich offenbar recht gut verkauft? Ist sie ihr bischen Geld wert? Eignet sie sich im Grunde genommen nur für Anfänger? Gehen wir mal ins Detail…

Allgemeines Erscheinungsbild der Pacifica

Vom optischen her ist sie unverkennbar an eine Stratocaster angelehnt. Auch besitzt sie die typischen Auslegungen: 22 Bünde, geschraubter Ahorn-Hals, zwei Single-Coils und einen Steg-Humbucker. Soviel dazu.

Korpus:
Der Korpus ist wie bei so vielen Yamaha-Modellen aus Agathis, bekanntlich nicht das beste Holz im Gitarrenbau, aber auch nicht das schlechteste. Vom Grundklang her liefert es akzeptable mittlere Bässe, Höhen und tiefe Tiefen sind meist etwas schwammig. Bei der richtigen Kombination mit den Tonabnehmern kann man aber etwas ausgleichen. Schauen wir später mal, ob das auch gelungen ist. Die Pacifica verfügt serienmäßig über einen Vibrato-Hebel, was die Möglichkeiten der Klangbildung (und Saitenverstimmung) bereichert.

Hals:
Der Hals besteht aus Ahorn, was den Agathis-Korpus in punkto Höhen-Definition etwas ausgleicht. Das Griffbrett besteht aus Sonokeling, einem sehr harten Klangholz. Beim Bespielen fällt auf, dass es den Saiten fest und makellos beim Niederdrücken widersteht, wodurch eine gute Bespielbarkeit sicher gestellt ist. Zudem ist der Hals schmal und die Saitenlage wirkt perfekt. Die Bünde sind nämlich auch in Ordnung, ich habe wohl ein gutes Exemplar erwischt, nichts schnarrt oder hakt oder ist unregelmäßig verarbeitet. Die Mechanik ist wie gewohnt bei Yamaha auch stets in Ordnung, so auch bei diesem Modell, nichts sitzt hier locker.

Tonabnehmer:
Die Gitarre ist als zwei Single-Coil und ein Steg-Humbucker-Gitarre ausgelegt, womit sich ein breites Sound-Spektrum ergibt. Definiertere Höhen-Leads lassen sich ebenso spielen wie Punk- oder Metal-Riffs.

Sound der Pacifica

Nun zum Sound: Aufgrund des Agathis-Korpus fühlt sich die Pacifica in den mittleren Tonlagen am wohlsten. In diesem Bereich ist der Sound völlig in Ordnung, die Töne kommen klar und definiert rüber, clean wie angezerrt. Auch Akustikstücke lassen sich schön damit spielen.
Der am Steg gelegene Humbucker (Schalterstellung unten) bringt einen guten, druckvollen Sound mit und wird den Erwartungen ebenfalls gerecht. Bei diesem Preis ist er sogar eine kleine Überraschung.
Der Neck-Pickup klingt gerade noch akzeptabel. Wahrscheinlich schafft er es nicht, den schwammigen Agathis-Grundklang vor allem in den Höhen aufzuheben.

Fazit:

Die Pacifica ist eine sehr gute Anfängergitarre. Sie ist aufgrund ihres schmalen, leicht bespielbaren Halses und des großen Soundspektrums vor allem für jüngere Gitarristen geeignet, die das Ganze mal ausprobieren wollen und mit dieser Gitarre sehr günstig verschiedene Stilrichtungen abchecken können. Zudem kann man bei diesem Preis nicht viel falsch machen. Kurz: Ein ideales Einsteigergerät, das lange Freude machen wird. Für Fortgeschrittene ist sie aber verzichtbar. Zudem kann man überlegen, ob man nicht für etwas mehr Geld in eine Pacifica mit Erlenkorpus investieren sollte, da diese die Höhen besser bringen würde.

Das Preis/Leistungsverhältnis ist aber über jeden Zweifel erhaben. Hier das Angebot von Amazon: Yamaha PA012 BL Pacifica

 

Daten:
Korpus: Agathis

Hals: geschraubter Ahorn, Bünde: 22, Griffbrett: Sonokeling Mensur: 648mm
Pickups: 2 Single-Coil, 1 Humbucker
Klangregelung: 5-Wege-Schalter,
Master Volume, Master Tone
Brücke: Vibrato-Aufhängung


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Fading

Ein Fade-Sound soll erzeugt werden, bei dem beim Drehen am Volume-Knopf oder dem Bedienen des Volume-Pedals die Akkorde nicht komplett mit heruntergeregelt werden, sondern bis zum Einsetzen des neuen Fade nachklingen. So entsteht ein sphärischer Sound. Beim Spielen bitte den Volume-Knopf oder das Pedal benutzen.

Boss GT

 

Hier der Fade-Sound:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

In der Master-Einstellung bitte 112 bpm und Level 100 einstellen (brauchen wir später für die Delay-Time).

Kompressor: Sustain: 50, Attack: 40, Tone: 0, Level: 50

Delay: Type: Single, Delay Time: Halbnote, Feedback 42, High Cut: 8 kHz,
Effect Level: 73

Reverb: Type: Hall 1, Rev Time: 1,7s, Pre Delay: 50ms, Low Cut: 110 Hz,
High Cut: 6 kHz, Density: 8, Effect Level: 42

Viel Spaß!

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Poly Fade-In

Ein Fade-In-Sound soll erzeugt werden, der zum Beispiel als Intro zu verwenden ist.

Boss GT

 

Hier der Poly-Fade-In-Sound:

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Mehrere Effekte werden dazu benötigt:

Slow Gear: Sens: 55, Rise Time: 48

Kompressor: Sustain: 50, Attack: 50, Tone: 0, Level: 50

Harmonist: Direct Level: 100, Voice: Stereo,
HR1 Mode: Harmony, HR1 Harm: -5th, HR1 PreDelay: 0, HR1 Feedback: 0,
HR1 Level: 100,
HR2 Mode: Harmony. HR2 Harm +4th, HR2 PreDelay: 0. HR2 Level: 0, Key C (Am)

Delay: Type: Single, Delay Time: 600ms, Feedback 50, High Cut: 700Hz,
Effect Level: 53

Reverb: Type: Hall 1, Rev Time: 2,3s, Pre Delay: 50ms, Low Cut: 340 Hz,
High Cut: 3 kHz, Density: 8, Effect Level: 20

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Tremolo Auto-Wah

Heute möchte ich eien interessante Kombination verstellen: Tremolo und Auto-Wah. Ziel ist es, eine Art “phasenverkehrtes Delay” zu simulieren, das nicht “wie gehabt” nachklingt sondern mit auf-ab-Schwankungen. 

Boss GT

 

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

 

Eingespielt mit dem Boss GT-3 bei 97 bpm mit einer Srat.

Die Parameter:

Tremolo: Mode: Tremolo, Wave-Shape: 50, Rate: 60, Depth: 100
Auto-Wah: Mode:BPF, Polarity: up, Sens: 35, Freq: 30, Peak: 50, Rate: 45, Depth: 50, Level:100

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Wie Du NICHT Gitarre spielen lernst

Die Frage nach dem richtigen Gitarrespielen-lernen ist ein nach wie vor ein Dauerbrenner. Immer wieder erlebe ich, wie Freunde und Bekannte nach einiger Zeit frustriert aufgeben, obwohl sie eigentlich Freude an der Musik haben.

Der Ansatz “wie Du richtig Gitarre spielen lernst” funktioniert oftmals nicht. Zäumen wir das Pferd mal von hinten auf und fragen nach dem “wie Du es eben nicht lernst”.

1. Du beherrscht die Grundlagen nicht

Etwas von der Pieke auf zu lernen kann nur gelingen, wenn man weiss, was man tut und wenn man lernt, es richtig zu tun. Das gilt auch fürs Gitarrespielen. Wenn man nicht weiss, wie die linke und rechte Handhaltung am besten und effektivsten ist, läuft man Gefahr, sich Fehler anzutrainieren, die später schwer wieder zu korrigieren sind oder sich sogar auf Dauer zu verletzen. Generell gilt: Wenn man keine Ahnung von Griffen und Harmonien hat, wie soll man dann schöne Akkordfolgen zimmern?

Tip: such Dir zumindest für den Anfang einen Gitarrenlehrer, aber einen guten. Am besten hör Dich mal bei der nächsten Musikschule um. Sei bei Deiner Lehrerwahl nicht allzu sparsam, Qualität kostet nunmal etwas. Was nützt es Dir so etwa, wenn der Lehrer selbst ein guter Gitarrist ist aber Dir nichts beibringen kann? Auch ist es ratsam, über eine anständige Bibliothek zu verfügen, die die schneller weiterbringt. Fachbücher zum Gitarrenlernen hab ich Dir unter diesem Link vorbereitet, da ist für jeden was dabei: vorbereitete Gitarrenbücher bei Amazon. Du kannst sie auch woanders kaufen, kosten überall gleich viel.

2. Du hast keine Nah- und Fernziele gesetzt

Nun, du hast Dich über die Grundlagen informiert und willst loslegen, aber nach einiger Zeit stellst Du fest, dass Du kaum weiter gekommen bist. Du hast einfach drauflosgespielt. Warum auch nicht, wenn’s Spaß macht. Aber Fortschritte sind so nicht zu erwarten. Dann stellt sich irgendwann doch der Frust ein und Du fragst Dich wo das hinführen soll – endlich.

Tip: setze Dir Nah- und Fernziele wie “heute übe ich mal diesen Griff, bis Ende der Woche will ich drei Griffe draufhaben” oder “in einem Jahr will ich diese drei Stücke beherrschen oder in einer halbwegs akzeptablen Band mitspielen”. Das wird Dir ungemein helfen, wenn Du konsequent bist. Du wirst merken, dass die Fristen für Deine Ziele immer kürzer werden, weil Du einfach immer besser wirst.

3. Du übst zu schnell

Auch ein Klassiker unter den Fehlern. Du willst Dir einen Lick beibringen und spielst drauf los. Ob es sauber klingt, ist sekundär. Du gefällst Dir (vielleicht unbewusst) in der Rolle des Fingerflitzers, bist aber in Wahrheit keiner und wirst es so auch nie. Wenn Du dann vor oder mit anderen Leuten spielst, klingt es irgendwie unsauber und unrhythmisch. Und wieder gibts Frust.

Tip: Unser Gehirn braucht Zeit, um Bewegungsmuster zu routinisieren. Und wenn es die Zeit nicht kriegt, dann kommt auch keine Routine auf. Eigentlich logisch, deshalb: Spiele laaangsam beim Üben, erst wenn Du es (mindestens) fünfmal, am besten zehnmal hintereinander fehlerfrei hinbekommst, wage Dich an die nächste Geschwindigkeits-Stufe heran. Dann am nächsten Tag wiederholst Du das, fängst wieder eine Stufe vorher an und gehst dann zwei bis drei Stufen höher, solange, bis das Tempo passt. Bald sind die Bewegungen im Gehirn routinisiert und Du spielst die Gitarre sauber und schnell mit Selbstvertrauen.

4. Du analysierst Fehler nicht

Viele Leute, die auch schon seit längerem Spielen, kommen irgendwie doch nicht so recht weiter. Ihr Spiel klingt immer noch unsauber. Gewisse Dinge bekommen sie einfach nie hin und bleiben immer mittelmäßig. Hier schnarrt es, dort ist es dumpf, der Spielfluss fehlt.

Tip: Wenn Du in dieser Lage bist, lass Dir gesagt sein: übe mit Verstand. Wenn also eine Stelle im Lick oder Song nicht gut klingt, der Griff nicht sauber sitzt, dann halt mal an und frag Dich: “Warum klingt es eigentlich nie so, wie es soll?”. Dann schau mal genauer hin: Plötzlich fällt Dir auf, dass das eine oder andere gar nicht gehen kann, weil der Barregriff zum Beispiel nicht am Bundstab sitzt sondern irgendwo danach oder zu weit davor, oder der Abstand deiner Finger zum Bundstab ohnehin nie stimmig ist oder deine Bendings nie den Ton treffen. Kann sein, dass Du immer noch zu schnell spielst. Oft steckt aber die Mentalität dahinter, beim Üben kleine Fehler hinzunehmen, um den Spielfluss nicht zu unterbrechen. So wird das auf Dauer aber nichts. Sei selbstkritisch und wiederhole jede Passage, bis sie sitzt. Manchmal beginnen Gitarristen, die an diesem Punkt angelangt sind, sogar damit weite Bereiche ihrer Spieltechnik zu verändern: Sie entwickeln sich weiter. Wenn Du willst, kannst Du Dich ja mal selbst aufnehmen und als “Fremder” anhören. Dann wird Dir einiges auffallen.

5. Du bist unkonzentriert

Du sitzt abends vor dem Fernseher und weil das Programm meistens fad ist, nimmst Du die Gitarre und spielst nochmal ein paar Licks. Am nächsten Tag wunderst Du dich, weil Du nicht großartig vorangekommen bist. Deine Gedanken waren beim Üben woanders, vielleicht gabs ausnahmsweise mal eine spannende Szene im Fernsehen oder Du wolltest nicht die Handlung des Films verpassen.

Tip: sei beim Üben bei der Sache. Ein aufmerksames Sich-Selbst-Zuhören oder eine Fehleranalyse kann im abgelenkten Zustand kaum stattfinden. Wenn Du konzentriert an Deinem Spiel arbeitest, dann werden sich die Erfolge schneller einstellen. Schließ die Tür, nimm Dir Zeit für Dich und Deine Gitarre und mach nichts nebenher. So fällt es dem Gehirn auch leichter, das Geübte zu speichern.

6. Du hast falsche Erwartungen

Du hast Dich also dazu entschlossen, intensiv Gitarre zu spielen. Gut. Du denkst Dir: in einem Jahr bin ich ein Gitarrengott, wenn ich nur fleißig übe. Schlecht. Das Jahr ist dann vorbei und Du denkst Dir bestenfalls “vielleicht im nächsten Jahr”. Meist beherrscht aber wieder Frust die Stimmung bei der Erinnerung an das vor einem Jahr überehrgeizig formulierte Ziel.

Tip: Es kann nicht jeder ein Jimi Hendrix sein, nein, wirklich nicht. Sei realistisch bei der Festlegung Deiner Ziele, sonst ist der Frust garantiert. Erwarte das, was Du von Dir erwarten kannst, nicht mehr und nicht weniger. Wenn Du Dich konsequent an das Schema von Punkt 2 hältst, wirst Du nach einiger Zeit auch Deine Möglichkeiten einschätzen können.

7. Du übst zu kurz oder zu lang

Du nimmst Dir, weil das Leben ja leider auch aus vielen anderen Verpflichtungen besteht, nur zweimal in der Woche Zeit zum Üben. Um das Übungsdefizit der Vortage auszugleichen, übst Du gleich drei bis fünf Stunden lang. Du wirst immer unkonzentrierter, und beim nächsten Üben in der nächsten Woche stellst Du dann fest, dass Du wieder kaum weitergekommen bist.

Oder das andere Extrem: Du spielst vielleicht fünf- bis sechsmal die Woche nur eine Viertelstunde lang. Wenigstens erwartest Du Dir dann aber davon meist nicht soviel. Warum auch?

Tip: Finde den richtigen Rhythmus. Nochmal: unser Gehirn will routinisieren. Übt man viele Stunden lang, dann tagelang gar nicht, ist das schlechter, als übe man täglich eine halbe Stunde lang. Lernen heisst Wiederholen, am besten konzentriertes Wiederholen. Wieviel Zeit Du Dir nehmen willst oder kannst, ist Deine Sache. Aber besser Du übst konstant als in Intervallen.

8. Du übst nie mit Metronom

Du nimmst die Gitarre zur Hand und spielst drauflos. Du glaubst schon, im Takt zu sein und spielst und spielst weiter mit selbstverzeihlichem Gehör. Wenn Du dann aber mit anderen Zusammenspielst, wirft man Dir vor, dass Du den Rhythmus nicht hältst. Wieder Frust.

Tip: auch Rhythmusgefühl will routinisert werden. Wer beim Zuhören ein gutes Rhythmusgefühl hat, muss das noch lange nicht beim Spielen zum Ausdruck bringen. Besorg Dir ein Metronom, oder wenn Dir das Geticke zu nervig ist, verwende eine Drum-Machine. Merke: einer Band ist ein mittelmäßiger Gitarrist, der den Rhythmus hält immer noch lieber als einer, der unrhythmisch spielt. Da bestehen nämlich keine Aussichten auf Groove.

So, das waren meine Tips zum Gitarrelernen oder eben nicht Lernen. Viel Spaß beim Üben und Freude an der Musik wünscht euch Jürgen Rak.


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Electro Harmonix Small Clone


Nein, klein ist er nicht, das “Electro-Harmonix Small Clone”. Es misst 13×8,5×5,5 cm. Auf den ersten Blick erscheinen auch die Möglichkeiten klein, es hat ja nur einen Drehregler für “Rate” und einen Schalter für “Depth”. Kann das wirklich ausreichen? Kurt Cobain hat es ja in “Come As You Are” vorgemacht, aber ist die Bandbreite an Sounds weit genug? Gehen wir mal ins Detail…

Sound:
Die Soundpalette überrascht schon beim ersten Drehen am Rate-Knopf. Von einem kaum merklichen Chorus-Schimmer bis hin zu krassem tropfnassen Ultra-Gewimmer deckt dieses Effektgerät alles ab. So hab ich das noch bei keinem anderen Chorus-Pedal erlebt.

Ganz leicht tritt der Chorus-Effekt bei unterer Schalterstellung des “Depth”-Reglers ein. Der Small Clone gibt dem Sound ein ganz dezentes, angenehmes Flimmern mit. In dieser Schalterstellung lässt sich der Sound sehr präzise anpassen, und auch bei höherer Rate bleibt der Chorus-Klang mitschwingend eher im Hintergrund.

Anders bei oberer Schalterstellung. Hier tritt der Chorus-Effekt in den Vordergrund, wobei der aber klar regelbar bleibt. Das Original-Signal der Gitarre wird dabei klanglich nicht verfälscht. Der Sound wird satt und voll und trotz seiner klangerhaltenden Eigenschaften irgendwie einzigartig. 

Handling
Der “Depth”-Schalter ist leichgängig und sauber verarbeitet. Der “Rate”-Drehregler bietet meiner Meinung nach genau den richtigen Widerstand beim Drehen, er bleibt beim Loslassen brav auf seiner Position und nichts wackelt. Vom Gewicht her ist der “Electro Harmonix Small Clone” leichter als seine Größe vermuten lässt. Das Gehäuse ist auch in punkto Stabilität über jeden Zweifel erhaben.

Was der Small Clone leider nicht bietet, ist ein standardisierter 9V-Eingang, was ein kleines Manko für die Pedalboardbetreiber darstellt, die einen Trafo für ihre Effektgeräte benutzen. Wenn man die Stromversorgung trotzdem extern betreiben will, braucht man ein “9 DC-100″-Netzteil. Zum Glück ist der Small Clone kein Batteriefresser, so dass man ihn beruhigt per 9V-Block betreiben kann. Das Batteriefach ist an der Unterseite angebracht und leicht zu öffnen (per Schraubenzieher). Dieser kleine Mehraufwand ist aber beim Soundbasteln mit dem Effektgerät schnell wieder vergessen.

Das Pedal ist auch nicht wählerisch, was verschiedene Gitarren oder Amps betrifft. Ich habe es per Röhren- und Transistoramp gestestet, mit einer Single-Coil (Fender Stratocaster) und einer Humbucker-tragenden Gitarre (Fernandes Ravelle Deluxe, aktive Tonabnehmer) und immer hat das Pedal brav seinen Dienst getan und alle Varianten gleich gut im Sound bereichert.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass das Pedal einen True-Bypass bietet und kein Summen und Brummen im inaktiven Zustand erzeugt.

Fazit
Das “Electro Harmonix Small Clone” ist ein Pedal, das ich jederzeit guten Gewissens empfehlen kann. Es ist sowohl preislich als auch qualitativ in Ordnung. Die Regelung des Pedals ist sehr einfach gehalten und kommt einem Bühneneinsatz entgegen. Von der Größe her ist es etwas übertrieben, aber das ist nur ein minimaler Nachteil verglichen mit dem, was es bietet.

Videodemo
Zu diesem Effektgerät habe ich ein Videodemo gemacht, das auch in der Rubrik “Effektgeräte” unter Chorus zu sehen ist.


http://www.youtube.com/watch?v=tuojfLHgk-I

Viel Spaß!

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Yamaha ERG 121 U

Vor kurzem bekam ich die Gelegenheit, eine ‘Yamaha ERG 121 U’ anzuspielen. Sofort kamen bei mir nostalgische Gefühle auf, denn während meiner Jugendjahre habe ich lange auf dem Vorgängermodell ‘Yamaha RGX 121′ gespielt und sogar mit ihr und meiner Band ein Metal-Demo aufgenommen.

Beim Spielen der ‘Yamaha ERG 121 U’ fiel mir wieder ein, warum ich mich nie von ihr trennen wollte. Wie beim Vorgängermodell fällt auch hier die gute Bespielbarkeit auf. Der geschraubte Hals besteht aus Ahorn und das Griffbrett aus Sonokeling, was zwar nicht so edel ist wie Palisander, aber hart und langlebig. Beim Greifen bietet es den Saiten guten Widerstand.

Die Yamaha verfügt über 22 gut bespielbare Bünde, ideal für Power-Chord-Geschruppe. Die Mechanik ist auch einwandfrei, nichts wackelt oder gibt freiwillig nach.

Der im typischen 121er-Stil in schwarz gehaltene Agathis-Korpus liefert einen guten, aber in den Höhen nicht immer superb definierten Grundklang ab. Die mittleren Bässe kommen aber sehr akzeptabel rüber. Anscheinend passen die Tonabnehmer ins Konzept, der Klang wirkt stimmig.

Sie ist mit einem Füffachschalter ausgestattet, mit dem man 2 Humbucker und 1 Single-Coil ansteuern kann, wodurch man eine breite Soundpalette erhält. Die beiden Potis regeln Volume und Tone.

Die Gitarre hat auch einen Vibrato-Hebel. Er ist gängig und bereichert das Klangspektrum erwartungsgerecht, bei mehrmaligem Einsatz leidet die Stimmstabilität allerdings etwas.

zum Sound:

Der Bridge-Humbucker (unterste Schalterstellung) klingt druckvoll und nicht hohl. Gerade im Punk- und Metalmilieu dürfte dieser Sound punkten.

Der Neck-Humbucker (oberste Schalterstellung) ist ehrlich gesagt ein kleiner Wehmutstropfen: Der Klang wirkt etwas matschig.

Der in der Mitte angebrachte Single-Coil (mittlere Schalterstellung) macht einen guten Sound, trocken und definiert, wie es sich für Single-Coils gehört.

Fazit:

Die Gitarre ist zweifellos gut verarbeitet. Optisch passt sie auf jeden Fall in das Rock- und Metal-Genre. Der Sound ist (abgesehen vom etwas schwammigen Neck-Pickup) super. Die Tonabnehmer sind auf jeden Fall, betrachtet man die Preisklasse, in Ordnung.

Man kann hier nicht viel falsch machen, denn so viel Gitarre bekommt man selten für so wenig Geld. Das Preis/Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar. Gerade für Einsteiger und Fans der härteren Gangart ist die Yamaha mit Sicherheit ein guter Kauf.

Übersicht:
Korpus: Agathis
Hals: Ahorn, geschraubt
Griffbrett: Sonokeling, 350mm (13.75′) radius
Bünde: 22
Mensur: 648mm (25.5′)
Pickups: 2 x Humbucker, 1 x Single Coil
Schalter: 5-fach
Potis: Volume, Tone
Brücke: Vibrato-System

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Fuzz Phaser

Fuzz mit Phaser, eingespielt mit dem Boss GT-3, das noch analoge Verzerrung bietet.

Boss GT-3

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Die Parameter sind recht einfach gehalten.

Fuzz: Drive 50, Bass 0, Treble 0, Level 50

Phaser: 8-Stage, Rate 35, Depth 45, Manual 65, Resonance 30, Level 70, Step: off

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