Gitarrentypen

Der E-Gitarren-Bereich lässt sich grob in drei Bauarten aufteilen:

- Solidbodies

- Hollowbodies

- Akustikgitarren mit Tonabnehmern

 

Solidbodies

Der größte Anteil entfällt dabei auf “Solid-Body”-Gitarren mit massivem Korpus. Sie sind die typischen E-Gitarren und eignen sich, je nach Art des Korpus und Ausstattung, für die ganze Bandbreite der Rock/Pop/Blues/Metal-Musik.

Diese Solidbodies lassen sich weiter unterteilen in Gitarren mit Single Coils und Humbuckern und wiederum in Gitarren mit geschraubten oder geleimten Hals. Beides hat seine Vor-und Nachteile. Zum einen lässt sich ein geschraubter Hals leicht tauschen, zum anderen behaupten viele, eine Gitarre mit eingeleimtem Hals habe einen besseren Klang.

Berühmteste Vertreterin der geschraubten Hälse ist die Fender Stratocaster. Sie ist eine Solidbody mit zwei “cutaways”, also ausgefrästen Teilen zugunsten der Bespielbarkeit des Griffbretts. Die klassische Stratocaster verfügt über 3 Singlecoils, die sich mit einem fünffach-Kippschalter ansteuern lassen. Zudem hat sie 3 Potis (Drehregler), den obersten für Volume, den mittleren für Tone (für Switch-Position 1 und 2) und den untersten ebenfalls für Tone (Switch-Position 4 und 5). Sie ist mit einem Vibratohebel ausgestattet. Zwei Satenniederhalter auf der Kopfplatte verhindern weitestgehend ein Verstimmen der Gitarre bei der Betätigung des Hebels und helfen, die Saiten in ihren Sattelkerben zu halten.

Um die klangliche Palette zu erweitern und dem Sound mehr Drive zu geben werden auch Strats mit Humbuckern in der Bridge-Position hergestellt, wie etwa die “American Stratocaster HSS”.

Der Sound einer klassischen Strat lässt sich als höhenlastig und klar beschreiben, dynamisch im Anschlag, definiert in den Höhen und Bässen, und nur wenig nachklingend aufgrund des flachen Korpus.

Stratocaster

Bevorzugtes Einsatzgebiet: Rock, Blues, Pop

Berühmteste Vertreter: Jimi Hendrix, David Gilmour, Jeff Beck, Eric Clapton, Mark Knopfler, …

 

Gitarren mit Humbuckern sind für andere Aufgaben ausgelegt. Die wohl berühmteste Vertreterin dieser Zunft ist die Gibson Les Paul, die schon seit 1952 auf dem Markt ist. Sie hat einen dicken Mahagoni-Korpus mit Ahorndecke, was zu einem satten, durchdringenden Klang beiträgt, und einen geleimten Hals. Ausgestattet ist sie im Regelfall mit zwei Humbuckern, die jeweils über eigene Volume- und Toneregler verfügen. Die Auswahl findet über einen Kippschalter statt, der wahlweise den Neck-, Bridge- oder beide Humbucker gleichzeitig aktiviert. Im Gegensatz zur Stratocaster verfügt sie meist über eine feste Saitenhalterung und Brücke, aber auch Versionen mit Tremolohebel sind gängig. 

Der Klang ist satt, mittenlastig, weniger definiert aber warm, lange ausklingend. Besonders verzerrt ist der Sound markig.

Les Paul

Bevorzugtes Einsatzgebiet: Rock, Hard Rock, Metal, Punk

Berühmteste Vertreter: Slash, Gary Moore, Carlos Santana

 

Es gibt unzählige Klone dieser Modelle sowie grundsätzlich anders designte Typen. Wer die Zeit und Muße hat, kann mal verschiedene Typen anspielen und das richtige Modell für sich finden. Es wäre gut, mindestens eine höhenlastig und eine satt klingende Gitarre zu haben, um seinem Spiel ein weites Soundspektrum zu verleihen.

 

Hollowbodies

auch Semi- oder Halbakustik- oder Halbresonanz-Gitarren genannt.

Wie eine normale Akustikgitarre verfügt eine Hollowbody über einen Resonanzkörper, doch besitzt sie einen wesentlich kleineren Korpus. Im Regelfall verfügt sie über zwei f-Löcher und zwei Tonabnehmer, Single-Coils oder Humbucker, die zumeist über je zwei Potis, jeweils Volume und Tone, geregelt werden. Im Grunde genommen war die Hollowbody eine der ersten echten E-Gitarren überhaupt. Mitte der 30er stand man als Gitarrist vor dem Problem, in Bands von der Lautstärke her nicht mithalten zu können, woraufhin Gibson die ES 150 entwickelte. Neben anderen ist Gretsch ein namhafter Fabrikant, der unter anderem die berühmte “White Falcon” herstellte und immer noch vertreibt. Über die Jahrzehnte aus der Mode gekommen erlebt die Hollowbody wegen ihres typischen warmen, aber definierten Klangs eine Renaissance.

Hollowbody

Bevorzugter Einsatzbereich: Jazz, Blues, Rockabilly

Berühmte Vertreter: B.B. King, Neil Young, Brian Setzer, Chuck Berry

 

 

Akustikgitarren mit Tonabnehmern

sie sind ebenfalls sehr verbreitet und werden live sehr oft verwendet. Allermeistens sind es Akustikgitarren mit Stahlseiten, oft typische Westerngitarren. Sie sind in der Mehrheit serienmäßig mit einem Piezo-Tonabnehmer und einem 4-Band Equalizer ausgestattet, der eine schnelle Anpassung des Sounds ermöglicht. Durch den Einsatz von Piezo-Tonabnehmern, die die Schwingungssignale des Körpers aufnehmen, ist es auch möglich, Nylonsaiten zu verstärken. Nachteilig ist allerdings, dass auch ungewollte Nebengeräusche wie Kratzen oder andere äußere Einflüsse auf dem Korpus mitschwingen. Auch nimmt die Decke der Gitarre gerne Rückkopplungen auf, weshalb zumindest von billigen Mikrophonsystemen abzuraten ist. Deshalb bevorzugen viele die Methode der Saiteninduktion. Die Pickups werden dann in das Schalloch geklemmt und funktionieren prinzipiell wie die bei Solid- und Hollowbodies.

Wenn jemand ein Akustikgitarre auf Verstärkung umrüsten will, so lässt sich das relativ einfach bewerkstelligen. Piezo-Tonabnehmer können z.B. leicht in den Steg eingebaut oder Soundhole-Pickups einfach ins Schalloch geklemmt werden. Allerdings muss eine Klinkenbuchse nachgerüstet werden, was eine Bohrung im Korpus bedeutet.

Washburn

Bevorzugte Einsatzgebiete: Folk, Country

Berühmteste Vertreter: Merle Haggard, Bob Dylan, …

 

 

Es existieren noch weitere Sonderformen von Gitarren: Neben den klassischen 6-Saitern gibt es noch 7-Saitige Gitarren, 8-Saiter und 12-Saiter, Gitarren mit 2 Hälsen (doubleneck), bei denen der obere Hals meist 12-saitig ist, und noch viele weitere Sonderanfertigungen.

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